Google Street View – Freund oder Feind?

Wollten Sie sich auch schon einmal mit jemandem an einem Ort treffen, an dem Sie vorher noch nie gewesen sind und haben den Treffpunkt nicht gefunden? Haben Sie schon einmal in einer Fußgängerzone verzweifelt ein bestimmtes Geschäft oder Café gesucht? Und wollten Sie schon immer einmal an entlegenen Orten der Welt umherwandeln?

Vergleich vor-Ort-Foto (li) und Google Street View (re)

Einige werden die Fragen mit „ja“ beantworten. Andere werden sagen: “Dank Google Street View kann ich mir das ja alles anschauen!“ Und sie haben recht.

Google bietet mit dem Service „Street View“ nicht nur Bilder der großen Städte und deren Straßen an, sondern schickt seit einiger Zeit so genannte „Street View Trikes“ ins Rennen. Das „Street View Trike“ ist ein Fotofahrrad mit drei Rädern und einer Kamera und wurde vom Google-Mechaniker Dan Ratner gebaut.

Flash ist Pflicht!

Diese Trikes haben auf Grund ihrer Wendigkeit und geringen Größe die Möglichkeit, auch unwegsames und enges Gelände zu erkunden.

Der Konzern Google bestimmt auch den Weg der „Dreiräder“ nicht alleine. Bis 28.Oktober konnte man über ein Online-Formular unter dem Motto „We can trike wherever you like“ („Wir können hinradeln wo Sie möchten“) Vorschläge einreichen, über die unter www.google.com/trike noch bis 30. November abgestimmt werden kann. Auch für Deutschland ist dieser Service geplant und es werden momentan Städte abgefahren und die Straßen fotografiert. Sollten Sie Bedenken haben, dass ihr Haus im Internet veröffentlicht wird, können Sie sich auf der Seite des Datenschutzzentrums ein Verbotsschild für Google Street View herunter laden und ausdrucken.

Eine mit „Street View“ erstellte detaillierte Landkarte kann aber durchaus auch sehr praktisch sein. Möchte man sich beispielsweise mit jemandem in einem bestimmten Café treffen, kann es schwierig werden, dieses zu finden, wenn man die Umgebung und das Café selbst nicht kennt. Hat man aber die Möglichkeit die Umgebung und den Weg zum Treffpunkt vorher im Internet zu erkunden, ist das Erreichen des Ziels nur ein Kinderspiel. “Ich habe diese Möglichkeit genutzt und wusste gleich wo ich bin und wohin ich mich wenden muss, als ich aus der U-Bahn kam“, erklärte Christian Fürst (Geschäftsführer der Firma Handbuch Experten GmbH in Eckental) nach einem Kundenmeeting in London. „Street View hat mir definitiv geholfen, mich sofort zurecht zu finden, um zum Meeting zu gelangen“.

Google Street View hat sowohl Verehrer, als auch Gegner. Die einen feiern die Neuerung mit ihren zahlreichen Möglichkeiten der Weltbesichtigung. Die Anderen heben mahnend den Finger und verweisen auf die „Datenkrake“ Google, die mit ihren Fotos in unser aller Privatsphäre eindringt. – Auf welcher Seite stehen Sie?